Erweiterung des Vorranggebietes Windenergie Pattensen-Hiddestorf-Lüdersen-Hüpede

Sehr geehrte Damen und Herren,

die „Bürgerinitiative Gegenwind – Lüdersen“ informiert, warum wir die Erweiterung der Vorrangfläche für Windkraftanlagen im Entwurf zum RROP 2016 Hemmingen/Pattensen/ Springe ablehnen.

Ästhetik: Das Bergdorf Lüdersen bietet seinen Bewohnern und den Naherholungstouristen einmalige Blicke über Hannover und das Calenberger Land bis hin zum Brocken. Viele der Bewohner sind nach Lüdersen gezogen, um im Einklang mit der Natur zu leben. Mit der geplanten Vorrangfläche würden 800 m vor unserem Ort mehr als 20 Windkraftanlagen gebaut werden, die 200 m hoch sind. Sie überragen damit die am höchsten stehenden Häuser in Lüdersen noch um 130 m. Der Blick auf den gesamten östlichen Bereich wäre für immer verstellt, die Nutzung als Naherholungsgebiet wäre beendet.

Landschaftliche Sonderlage: Das betroffen Gebiet liegt exakt an der Grenze eines für Mitteleuropa prägenden Landschaftselements, das im Vorland von Deister bis Hildesheimer-Wald idealtypisch ausgebildet ist: der Übergang der Mittelgebirge (Berg- und Hügelland) über Lößbörden ins Flachland (Geest). Es droht die Zerstörung eines jahrhundertealten kulturlandschaftlichen Ensembles, für dessen Schutz sich die Region Hannover in anderen Fällen besonders einsetzt. Das betroffene Gebiet hat zudem qualitativ hochwertigsten Ackerboden (Calenberger Lößbörde). Es ist daher altes Siedlungsgebiet, das zumindest bis in die Bronzezeit zurückreicht. Mit der Versiegelung sind ggf. wertvolle archäologische Funde nicht mehr erreichbar.

Flora und Fauna: Das Gebiet beheimatet darüber hinaus seltene und schützenswerte Tiere wie etwa den Rotmilan, den Uhu und die Fledermaus. Es ist Ruhefläche für viele Zugvögel wie Wildgänse, Störche und Silberkraniche. Es wird vom Niederungsgebiet der Schille durchzogen, dessen Renaturierung zur Revitalisierung differenzierter Fauna und Flora erst kürzlich erfolgte.

Physik: Die Windkraftanlagen würden in einer Entfernung und Höhe stehen, so dass weite Teile des Dorfes in den Morgenstunden im Schlagschatten liegen. Selbst getriebelose und langsam laufende Anlagen werden bei dieser Größenordnung im Ort hörbar sein. Für den Bau der Anlagen müssen für den Schwerttransport und spätere Wartung große Flächen des Gebiets versiegelt werden, die dann Mensch, Tier und Pflanzenwelt nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Fundamente solcher Riesenanlagen reichen bis in das Grundwasser. Im Winter müsste das gesamte Gebiet bei bestimmter Wetterlage wegen Schlageis gesperrt werden. Die Tiere kann man davor leider nicht schützen.

Politik: Das Gebiet wird von zwei Hochspannungsleitungen durchzogen, zu denen je nach Bauart 100 bzw. 300 m beidseitiger Abstand gehalten werden muss. Mindestens eine Gasleitung durchkreuzt das Gebiet. Einige Eigentümer haben bereits verlauten lassen, dass ihr Land für Windkraftanlagen nicht zur Verfügung stehen wird. Damit ist das nutzbare Gebiet deutlich kleiner als von der Region bezeichnet. Auf dem Kronsberg wurde der Bau einer WKA untersagt, weil der Mindestabstand von 15 km zum Doppler-Drehfunkfeuer bei Sarstedt unterschritten wurde, Lüdersen liegt 14 km entfernt von diesem Feuer. Die von der Region angesetzten 800m Abstand zu Ortschaften sind willkürlich und nicht durch wissenschaftliche Untersuchungen untermauert.

Und das Wichtigste zum Schluss – Schutz unserer behinderten Mitbürgerinnen und Mitbürger

Gesundheit: Lüdersen ist ein Ort gelebter Inklusion. Hier wohnen und arbeiten in zwei Einrichtungen über 100 geistig und körperlich behinderte Menschen sowie Autisten. Für beide Gruppen sind Ruhe und ein stabiles Umfeld äußerst wichtige Rahmenbedingungen. Die abträglichen Wirkungen von Infraschall, Schlagschatten, Lichtreflexionen und nächtlichem Leuchtfeuer u.v.a.m. werden in jüngster Zeit medizinisch erforscht und als gravierend eingeschätzt. Niedersächsische Ärzte für Immissionsschutz haben in einem Grundlagenpapier Infraschall dargelegt, welche Auswirkungen der Bau von Windkraftanlagen hat. Das Ärzteforum Emmissionsschutz hat in einem Brief an den Ministerpräsidenten Seehofer ebenfalls seine Bedenken zum Bau von Windkraftanlagen geäußert. Diese ärztlichen Stellungnahmen, die beide einen Mindestabstand 2000 m bzw. die Einhaltung 10H-Regel zur allgemeinen Wohnbebauung fordern, müssen in den Entscheidungsprozess einbezogen werden.

Wir bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit, erwarten gern Ihre Antworten und bitten Sie bei der Abstimmung zum RROP unsere Bedenken zu berücksichtigen.

Mit freundlichen Grüßen

Bürgerinitiative Gegenwind – Lüdersen

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