Einwendungen

Im Januar 2017 ereignete sich in der Feldmark östlich Lüdersen ein kurioser und erschreckender Vorfall, der durch eines unserer Vereinsmitglieder im Rotmilanhorst 02Rahmen der Vogelbeobachtung aufgedeckt wurde. Eine Weide, die mitten in einem Feld, weitab von Wegen, stand, war von einem auf den anderen Tag komplett verschwunden. Sie wurde nicht nur gefällt, auch die Wurzel wurde entfernt und das Erdreich wieder aufgefüllt und gepflügt, so dass von dem Baum wirklich nichts mehr übrig war. Von der Weide existieren bei uns Fotos aus dem Sommer 2016, auf denen ein Greifvogelhorst in der Weide erkennbar ist, aufgrund der Bauart mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Rotmilanhorst. Wer sich den Baum noch einmal ansehen will, kann dies in Google Maps mit der Ortsangabe „N52° 15.669 E9° 42.454“ tun. Der Fall ging damals durch die Presse und wurde von uns zur Anzeige gebracht.

Vor unseren Türen zwischen den Orten Lüdersen, Hiddestorf, Pattensen, Hüpede und Bennigsen soll das größte Gebiet für industrielle Windkraftanlagen in der Region Hannover entstehen. Die im RROP 2016 ausgewiesene Vorrangfläche für Windenergienutzung ist 408 ha groß. Auf dieser Fläche könnten über 20 neue Windenergieanlagen gebaut werden. Diese größte Fläche in der gesamten Region ist nicht nur im Eiltempo und nachträglich aufgrund der RotmilanForderung der Grundeigentümer von der Region Hannover in das RROP aufgenommen und unbeeindruckt von Hnderten von Einwendungen durchgepeitscht worden. Es gibt auch eine Vielzah von Bedenken, Konflikten und Tatsachen, warum dieses Gebiet nicht mit den Monstermühlen verschandelt werden darf. Es leiden darunter die Menschen, das einmalige Landschaftsbild und die Naturräume, aber ebenso Pflanzen und Tiere, insbesondere seltene und vom Aussterben bedrohte Vogelarten wie der Rotmilan oder Zuvögel, die genau diesen Korridor zwischen den Bergen des Deisters auf ihren  Wegen nach Norden oder Süden durchfliegen und auf den freien Flächen Rast machen.

Erschreckend bei der Aufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms war nicht nur die Eile, mit der die Region die Beteiligung von Bürgern und betroffenen Kommunen durchpeitschte wie auch das Abbügeln aller fundierten Einwendungen mit Textbausteinen oder der einfachen Phrase: "Wird nicht gefolgt" egal was es auch immer war. Ebenso erschreckend war und ist auch, dass nicht einmal die Bedenken und kritischen Anmerkungen der eigenen Fachleute in irgendeiner Form berücksichtigt wurden. Schon da liess sich ersehen, dass es nur darum ging, die Fläche auszuweisen, komme was da wolle. Das zeigen die vielen Bedenken in der Einzelfallprüfung (ab S.87)

Danke für die vielen Stellungnahmen, die Sie alle geschrieben und an die Region geschickt haben.

Jetzt ist die Antwort da!

Abwägungsvorschläge zum zweiten (wiederholten) Beteiligungsverfahren und alle weiteren von der Region veröffentlichten Unterlagen finden Sie hier:

http://www.hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover/Planen,-Bauen,-Wohnen/Raumordnung-Regionalentwicklung/Regionales-Raumordnungsprogramm-RROP/Neuaufstellung-Regionales-Raumordnungsprogramm-2016-Entwurf/Unterlagen-zu-den-Beteiligungsverfahren

Und hier die Abwägungsvorschläge als Entscheidungsgrundlage für die  Abgeordneten.

Langfassung

Kurzfassung

Suchen Sie Ihre Stellungnahme und lesen Sie, wie die Region damit umgeht.

Die Ausweisung der Vorrangfläche für Windenergie zwischen Hemmingen/Pattensen/Lüdersen ist aus formaler Sicht fehlerhaft und aus politischer Sicht höchst fragwürdig.
Mit der erst nachträglich aufgenommenen Fläche nach dem Beteiligungsverfahren für den Entwurf des RROP 2015 hat die Region gegen die gebotene Sorgfaltspflicht und Abwägungsverfahren verstoßen. Nach den notwendigen Änderungen wegen fehlerhafter Ausweisungen im Entwurf von 2015 wurde die von mir beanstandete Fläche nicht nachvollziehbar einzig auf der Grundlage der Karte mit Potenzialflächen festgelegt. Nicht einmal mögliche Konflikte mit den RROP-Themen Naherholung oder Infrastrukturtrassen wurden überprüft, sonst hätte jemandem auffallen müssen, dass die Fahrrad-Regionsroute 1 und der Anschluss an den Deisterkreisel direkt durch die Vorrangfläche führen.

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